Wir, 183 Organisationen und 72 Einzelpersonen aus 39 verschiedenen Ländern erklären, dass:
Seit dem 6. Januar sind kurdische und arabische Regionen in Syrien anhaltenden Angriffen ausgesetzt, die die bislang schwerste existentielle Bedrohung für die kurdische Gesellschaft und das System der autonomen Selbstverwaltung darstellen, das dort seit über 14 Jahren aufgebaut wurde. Diese militärische Offensive wird vom islamistischen Regime al-Sharaas, der sogenannten „Übergangsregierung“ in Damaskus, in Zusammenarbeit mit dem türkischen Verteidigungsminister Yaşar Güler und dem Außenminister Hakan Fidan koordiniert. Sie wird in direkter Kooperation mit dschihadistischen Milizen durchgeführt. Westlichen Regierungen haben im Vorhinein ihr grünes Licht für diesen Vernichtungskrieg gegeben.
Rojava ist einer unmittelbaren Bedrohung durch die HTS und den IS ausgesetzt. Diese Angriffe gefährden die hart erkämpften Errungenschaften der Frauenrevolution in Rojava, einschließlich der Prinzipien lokaler Basisdemokratie sowie der Gleichberechtigung ethnischer und religiöser Gemeinschaften. Sie versuchen die Demokratische Selbstverwaltung von Nord- und Ostsyrien zu zwingen sich zwischen vollständiger Kapitulation und physischer Vernichtung zu entscheiden. Der Angriff auf Rojava zielt nicht allein auf die Zerstörung der Errungenschaften der kurdischen Gesellschaft ab. Vielmehr ist es das Ziel dieses internationalen Plans, die Idee und das Projekt eines demokratischen Syriens und eines demokratischen Mittleren Ostens zu zerstören.
Durch diese Angriffe erleben wir ein erneutes Erstarken des IS. Tausende IS-Kämpfer wurden von den regierungsnahen Milizen al-Sharaas freigelassen, der selbst eine gemeinsame Geschichte mit der Terrororganisation teilt. Erneut verübt der IS Massaker an der Zivilgesellschaft in ganz Syrien. Kobanê, der Ort des historischen Widerstands gegen den IS, wird erneut von denselben Kräften angegriffen und vollständig belagert – nun unter anderer Flagge. Durch diese Angriffe ermutigt stellt der IS erneut eine Bedrohung für Gesellschaften weltweit dar.
In ganz Kurdistan und auf der ganzen Welt erheben sich Menschen, um die Rojava-Revolution und die Hoffnung, die sie der Menschheit gibt, zu verteidigen. Das kurdische Volk, insbesondere Frauen und Jugendliche, hat auf den Aufruf zur Generalmobilisierung mit Massendemonstrationen reagiert und ist zu Tausenden nach Rojava geströmt, um das Gebiet zu verteidigen. Soziale Bewegungen, Gewerkschaften, zivilgesellschaftliche Organisationen und Akademiker:innen auf allen Kontinenten haben Solidaritätsaktionen mit den Völkern Rojavas organisiert.
Im Jahr 2014 gingen Millionen Menschen weltweit auf die Straße, und gemeinsam befreiten wir Kobanê. Die Niederlage des IS war damals nicht nur den YPG und YPJ zu verdanken, sondern auch einer breiten internationalen Solidarität, einschließlich politischer, sozialer und moralischer Unterstützung durch demokratische Kräfte weltweit.
Heute rufen wir erneut zu globaler Solidarität auf, um die Revolution und die menschliche Würde zu verteidigen.
In einer Zeit zunehmender globaler Fragmentierung, die von Profitinteressen statt von den Bedürfnissen der Menschen angetrieben wird, müssen wir uns vereinen, um die Freiheit Rojavas zu fordern und für die Menschlichkeit einzustehen. Angesichts koordinierten militärischen und politischen Drucks müssen demokratische Kräfte ihre Solidarität stärken.
Wir rufen daher dazu auf:
- Solidaritätsaktionen mit Rojava zu organisieren, die Angriffe zu verurteilen und auf die unmittelbare Gefahr ethnischer Säuberungen durch die syrische Übergangsregierung, die Türkei und ihre verbündeten dschihadistischen Milizen hinzuweisen.
- Eine Gegenöffentlichkeit in Medien und Zivilgesellschaft zur Situation in Rojava zu schaffen und die offensichtliche westliche Unterstützung der Angriffe anzuprangern.
- Nationale Regierungen und internationale Institutionen für ihre Komplizenschaft an den Kriegsverbrechen in Rojava zu verurteilen.
- Politische und rechtliche Anerkennung sowie einen offiziellen Status für die DAANES zu fordern, um Damaskus zu einer dezentralen Lösung zu zwingen, die die Existenz und Rechte von Alawit:innen, Drus:innen, Jesid:innen,
Assyrer:innen, Armenier:innen sowie aller ethnischen und religiösen Gemeinschaften in einem zukünftigen demokratischen Syrien garantiert.
Women Defend Rojava
RiseUp4Rojava
24. Januar 2026Wichtige Termine:
Am 26. Januar 2026 rufen wir alle demokratischen Kräfte, insbesondere Jugendliche und Frauen, dazu auf, im Rahmen eines „Kobanê -Aktionstages” aktiv zu werden.
Am 26. Januar 2015 wurde Kobanê offiziell vom IS befreit. Jetzt greifen dieselben Banden Kobanê erneut an. Aus diesem Grund rufen wir alle demokratischen Kräfte dazu auf, Kobanê, das Symbol des Sieges über den IS-Terrorismus, am 26. Januar 2026 durch dezentrale Aktionen auf der ganzen Welt zu verteidigen.
Bijî Berxwedana Kobanê!
Es lebe der Widerstand von Kobanê!
Am 31. Januar 2026 rufen wir alle Frauen und demokratischen Kräfte dazu auf, sich unter dem Motto „Women Defend Rojava“ an Aktionen zu beteiligen, um die Frauenrevolution zu verteidigen!
Die Errungenschaften der Frauenrevolution werden derzeit massiv von der IS-Mentalität der syrischen Übergangsregierung angegriffen, die die Philosophie Jin, Jiyan, Azadî zerstören will.
Frauen, die Vorreiterinnen der Revolution, werden verfolgt, entführt, gefoltert, ermordet und ihre Zöpfe als Trophäen zur Schau gestellt.
Heute stehen alle kurdischen, arabischen, armenischen und assyrischen Frauen, die Kämpferinnen der YPJ, Kongra Star, HPC Jin, Bet Nahrain und die gesamte Gesellschaft vereint bereit, ihre hart erkämpften Errungenschaften zu verteidigen. Ohne die Befreiung der Frauen kann es keine Befreiung der Gesellschaft geben!
Aus diesem Grund rufen wir alle dazu auf, am 31. Januar auf die Straße zu gehen, um der internationalen Öffentlichkeit zu zeigen, dass wir in unserem Kampf für ein Leben in Würde vereint sind. Lasst uns gemeinsam die Frauenrevolution verteidigen; sie ist nicht nur eine Hoffnung für den Nahen Osten, sondern für die ganze Welt.
Jin Jiyan Azadî!
